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Prof. Dr. Ralph Hertwig, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

James Watson, Mitentdecker der DNA-Struktur, ließ 2007 sein Genom entschlüsseln – und bat: „Aber bitte verraten Sie mir nicht, ob ich ein Alzheimer-Risiko habe!“ Obwohl er als Nobelpreisträger sonst kaum vor neuem Wissen zurückschreckt, zog auch er hier eine Grenze: „Danke, aber nein danke“.

Genau solche Fälle interessieren Ralph Hertwig: der gebürtige Talheimer ist heute Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und beschäftigt sich mit sogenanntem gewolltem Nichtwissen („deliberate ignorance“). Klingt paradox, ist aber manchmal durchaus vernünftig:

Ob wir es merken oder nicht – wir alle praktizieren gewolltes Nichtwissen, und das gar nicht so selten. Wir entscheiden uns bewusst dafür, bestimmte Informationen gar nicht erst zu suchen oder sie einfach nicht zu nutzen. Das gilt für jeden Einzelnen von uns, aber auch der Staat, Firmen oder Organisationen setzen dieses Prinzip gezielt ein.

Im Rahmen der Max Planck Edition von Heimspiel Wissenschaft erzählt Ralph Hertwig in seinem Vortrag, warum Nichtwissen manchmal klug ist, wie es Diskriminierung verhindern kann – und warum es völlig in Ordnung ist, nicht zu googeln, wie viele Bakterien auf Ihrer Tastatur leben.

Alle, die sich für das Wissen rund ums Nichtwissen interessieren, sind herzlich zu diesem Vortrag eingeladen. Der Eintritt ist frei, für Getränke und Häppchen sorgt der LandFrauenverein Talheim.

 

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