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Dr. Jana Wäldchen, Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Wer beim Wandern eine Blume entdeckt und wissen möchte, wie sie heißt, braucht heute kein Bestimmungsbuch mehr. Ein Foto mit dem Smartphone genügt – den Rest übernimmt die App Flora Incognita. Hinter der kostenlosen Anwendung steckt ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Ilmenau und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena. Während Forschende in Ilmenau die Künstliche Intelligenz und die technische Entwicklung verantworten, sorgt das Team von Dr. Jana Wäldchen dafür, dass die App Pflanzen zuverlässig erkennt.

Doch Flora Incognita ist weit mehr als eine Pflanzenbestimmungs-App. Sie ist kostenlos, werbefrei, in über 30 Sprachen verfügbar und wurde bereits mehr als zehn Millionen Mal heruntergeladen. Über 30.000 Pflanzenarten lassen sich bestimmen und in einem persönlichen digitalen Herbarium sammeln. Interaktive Karten dokumentieren eigene Entdeckungen, Auszeichnungen motivieren zum Erkunden der Natur und Citizen-Science-Projekte ermöglichen es, mit jeder Pflanzenbeobachtung einen Beitrag zur Forschung zu leisten.

Diese Daten helfen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dabei, neue Erkenntnisse über unsere Umwelt zu gewinnen. So konnte bereits gezeigt werden, wie sich Blühzeiten durch den Klimawandel verändern oder welche Rückschlüsse Pflanzenvorkommen auf die Beschaffenheit von Böden in europäischen Städten zulassen. Beim Heimspiel Wissenschaft erklärt Jana Wäldchen, wie die automatische Pflanzenbestimmung funktioniert, welche Forschungsfragen sich mit den gesammelten Daten beantworten lassen und welche Entwicklungen für Flora Incognita in Zukunft geplant sind.

Jana Wäldchen leitet eine unabhängige Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Für sie ist der Vortrag im Regionalmuseum Bad Frankenhausen ein echtes Heimspiel: Sie ist hier zu Hause und kennt die Steppenrasen des Kyffhäusers wie ihre Westentasche. Sie freut sich darauf, ihre Begeisterung für Pflanzen, Forschung und moderne Technologien mit dem Publikum zu teilen und gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen, wie Künstliche Intelligenz unsere Sicht auf die Natur verändert.

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